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Sie haben vor ein Grundstück oder ein Haus
zu kaufen oder wollen Sie demnächst mit der Planung für Ihr Bauvorhaben
beginnen?
Die folgende Checkliste, die sicherlich inhaltlich erweiterbar ist und daher nur als Grundgerüst für den eigenen Fragenkatolog dienen kann, soll helfen schon zu Beginn mögliche Probleme und die Voraussetzungen für eine erfolgreiche Planung und Realisierung zu erkennen. Ich empfehle dringend die Erfahrung eines Architekten oder Bauingenieurs in Anspruch zu nehmen, da die auf den ersten Blick "viel zu hohen Kosten" sich in den meisten Fällen bezahlt machen. Aus lauter Begeisterung über die sehr guten, umfassenden Informationen, die kostenlos gegeben werden, empfehle ich zudem, dass auch die Seiten der "Deutschen- Bau-Beratung" (Ein Ingenieurbüro in Erlangen) durchgesehen werden. Für weitere Beratung stehe ich natürlich auch zur Verfügung.
| ...das
Grundstück |
Die
Lage !
- Gibt es einen Bebauungsplan ?
Liegt es innerhalb eines im Zusammenhang
bebauten Ortsteils (ohne Bebauungsplan) ?
Liegt es im Außenbereich und
ist deshalb nicht oder nur erschwert bebaubar ?
Wie ist es an den innerörtlichen
Verkehr angeschlossen ?
Gibt es eine Anbindung an den öffentlichen
Nahverkehr ?
Sind Schule, Kindergarten oder Arbeitsplatz
gut erreichbar ?
Gibt es in der Umgebung Bebauung oder
Infrastruktur, die zu Belästigung durch Lärme, Gerüche oder
übermäßigen Verkehr führen können? Oder ist damit
zu rechnen, daß künftig solche Belästigungen entstehen
könnten ?
Wie sieht die Bebauung der Nachbarschaft
aus ?
Die Beschaffenheit !
- Form und Zuschnitt ?
Wie ist die Ausrichtung zur Himmelsrichtung
?
Ist das Grundstück eben, oder
liegt es am Hang ?
Welche baurechtlichen Vorschriften
oder Auflagen gibt es ?
Gibt es erhaltenswerte Bepflanzung
oder darf Bepflanzung überhaupt entfernt werden ?
War oder ist das Grundstück bebaut
?
Muß mit Altlasten auf oder nahe
dem Grundstück gerechnet werden ?
Der Untergrund und die Erschließung
!
- Ist der Untergrund ausreichend tragfähig
oder müssen eventuell (teure!) Zusatzmaßnahmen getroffen werden
?
Wie hoch liegt das Grundwasser ?
Ist das Grundstück öffentlich
erschlossen ?
Gibt es bereits Wasser- und Kanalanschluß
?
Ist der Strom- und Telefonanschluß
vorhanden ?
Besteht die Möglichkeit das Grundstück
an ein öffentliches Gasnetz anzuschließen ?
Ist eine ausreichend befestigte Erschließungsstraße
vorhanden ?
Sollen bestehende Straßen in
nächster Zukunft ausgebaut werden (eventl. zusätzliche Erschließungskosten)
?
Ist im Grundstückspreis der Anschluß
an die öffentliche Ver- und Entsorgung bereits enthalten ?
|
| ...
der Bebauungsplan |
- Gibt es einen Bebauungsplan ?
Dies ist Voraussetzung für die
Behandlung eines Bauvorhabens im Freistellungsverfahren !!
- Wie ist die Art der baulichen Nutzung
?
Allgemeines oder reines Wohngebiet
?
Mischgebiet, Dorfgebiet, Industrie-
oder Gewerbegebiet ?
- Wie hoch ist das Maß der baulichen
Nutzung festgelegt ?
Grundflächenzahl, Geschoßflächenzahl
?
Anzahl der möglichen Geschosse
?
- Wo und wie können Stellplätze
angeordnet werden ?
Wieviele Stellplätze sind nachzuweisen?
- Ist eine bestimmte oder maximal zulässige
Höhe (Wandhöhe, Traufhöhe) vorgeschrieben ?
- Ist ein Kniestock zulässig ?
- Wie ist die Festlegung bezüglich
der Höhenlage zur Strasse oder zum Gelände ?
- Wie sind die Festlegungen zur Dachform
und Dachneigung? Welche Dachdeckung ist möglich ?
- Gibt es Gestaltungsvorschriften zur Ausbildung
von Fassaden, Fenstern, Farben, Materialien, Einzäunungen oder zur
Gartenanlage bzw Bepflanzung ?
|
| ...die
Planung |
allgemein
gilt:
- Je mehr Vorüberlegungen Sie anstellen,
desto besser und schneller werden Sie zum gewünschten Ergebnis kommen
!
- Je detaillierter Ihre Vorstellungen und
Wünsche formuliert sind, desto besser kann die Planung an Ihre Bedürfnisse
angepasßt werden !
unter anderem sollten Sie diese Fragen
für sich beantworten:
- Welcher Kostenrahmen steht zur Realisierung
meiner Pläne zur Verfügung ?
- Welcher Zeitrahmen steht mir für
meine Planungen und die Realisierung zur Verfügung ?
- Wieviele Räume benötige ich
?
- Welche Funktionszusammenhänge zwischen
den Räumen und Raumgruppen bestehen ?
- Wie wohne und lebe ich in meiner jetzigen
Wohnumgebung und soll das so bleiben ?
- Bin ich mit meiner derzeitigen Situation
(Anzahl der Räume, Funktionen, Ausstattung, Raumzusammenhänge,
Gestaltung, Raumgrößen, usw) zufrieden, oder soll Grundlegendes
verändert werden ?
- Was soll so bleiben wie es ist und was
muß unbedingt verändert werden ?
- Welche Bedürfnisse haben meine Familienmitglieder
jetzt, und wie werden sich diese in einigen Jahren verändern ?
- Wie werden sich meine Bedürfnisse
im Alter verändern ?
- Sollen später bauliche Veränderungen
aufgrund der angepassten Bedürfnisse möglich sein ?
- Müssen alle vorhandenen Möbel
und Einrichtungen im neuen Projekt untergebracht werden ?
- Lege ich Wert auf die Erfüllung ökologischer
Gesichtspunkte ?
- Wie ist die Gewichtung zwischen meinen
ökologischen Ansprüchen und dem finanziellen Aufwand, den ich
dafür treiben möchte ?
|
| ...die
Gestaltung |
grundsätzlich
sollte gelten: "weniger ist mehr"
Die nachfolgenden Hinweise und Fragen
können bei der Entwicklung eines eigenen Gestaltungskonzeptes helfen:
- Verwendung von möglichst wenigen
Fensterformaten bzw Beschränkung auf Formate mit gleichen oder möglichst
ähnlichen Proportionen
- Einfache, schlichte und handwerklich gute
Detailausbildungen ohne "Schnick-Schnack" verwenden
- Was paßt zu mir ?
Was paßt in die Nachbarschaft?
Was paßt in die Landschaft?
- Kein Sammelsurium von Gestaltungsideen
aus der Nachbarschaft, aus Zeitungen oder Büchern
- Kann ich die Gestaltung durch "Weglassen"
verbessern?
- Beobachten und Hinterfragen:
Was gefällt mir an einem Haus/Fassade/Raum
besonders?
Warum gefällt mir ein Gebäude
überhaupt nicht?
Was stört mich?
- Das Dach als 5.Fassade: möglichst
einfach, ohne viele unterschiedliche Aufbauten oder Öffnungen
- Selbstbeschränkung auf wenige unterschiedliche
Materialien
- eine individuelle Sonderanfertigung nach
den eigenen Wünschen kostet oft nicht mehr oder sogar weniger als
ein "Fertigteil" aus dem Katalog, das außerdem noch an jedem 2. Nachbarhaus
zu sehen ist
- legen Sie Wert auf die Farbgestaltung:
mit dem richtigen Farbkonzept können individuelle Akzente gesetzt
werden, ohne daß zusätzliche Kosten entstehen
|
| ...die
Nachbarn |
Ein
gutes Verhältnis zur Nachbarschaft erhöht die Lebensqualität
und die Zufriedenheit mit Ihrem neuen Bauprojekt.
Deshalb sollten Sie auch die Rechte
und Bedürfnisse der Nachbarn bei der Planung berücksichtigen.
Beteiligen Sie die Nachbarn an der Planung, indem Sie ihnen Ihre Pläne
vorlegen und erläutern. Eine Nachbarunterschrift ist zwar heute nicht
mehr immer unbedingt notwendig, erleichtert aber oft wesentlich die Realisierung,
verhindert Mißverständnisse und schafft klare Verhältnisse.
Sprechen Sie miteinander.
Andererseits sollten Sie sich nicht
allzu viele Einschränkungen durch Ihren Nachbarn gefallen lassen.
Wenn Sie sich an die einschlägigen Bau- und Rechtsvorschriften halten,
kann Ihnen niemand eine Strich durch die Rechnung machen. Bei Unklarheiten
empfehle ich unbedingt Rücksprache mit Ihrem Entwurfsverfasser bzw
dem Bauamt der Genehmigungsbehörde.
|
| ...die
Firmen |
Die
Auswahl der richtigen Firmen für die Realisierung Ihres Bauvorhabens
ist neben der richtigen Planung eine der wichtigsten Entscheidungen, die
Sie vor Baubeginn treffen müssen.
- Informieren Sie sich rechtzeitig, auch
bei Bekannten und anderen Bauherrn über geeignete Firmen und deren
Arbeitsweise
- nicht immer ist die billigste Firma auch
die beste
- oft ist eine Firma vor Ort, die im Preis
etwas über einer auswärtigen Firma liegt, empfehlenswerter: denken
Sie an Gewährleistungsansprüche, kurzfrisitge Ausführung
von Arbeiten, Kundendienst und Reparaturen
- schauen Sie sich Arbeiten der zur Wahl
stehenden Firmen an und sprechen Sie mit Auftraggebern
- ein gutes Maß an Sympathie erleichtert
die Zusammenarbeit
- achten Sie auf die Zuverlässigkeit
bei der Einhaltung von Terminen: auch hier kann "billig" sehr teuer werden
- lassen sie sich von den Firmen beraten,
aber nicht von Ihren Plänen und Vorstellungen abbringen. Es kann zwar
oft ein geplantes Detail einfacher und günstiger ausgeführt werden,
aber die Gestaltungsvorstellungen sollten dabei nicht völlig verloren
gehen.
- bei Unstimmigkeiten sollten Sie auch während
der Ausführung der Arbeiten unbedingt sofort mit dem Handwerker sprechen
und Fragen oder Probleme klären, solange "sie noch frisch" sind. Später
entstehen oft unnötige Kosten, oder niemand weiß mehr genau,
warum das Problem überhaupt entstanden ist.
- Viele Unklarheiten während der Bauzeit
lassen sich am besten vor Ort mit den Handwerkern klären. Kontrollieren
Sie deshalb regelmäßig die Bauarbeiten und sprechen sie mit
den Handwerkern direkt. Entscheidungen und Anordnungen sollten Sie eventuell
zusätzlich schriftlich fixieren, damit Sie einen Nachweis für
Ihre Entscheidungen und die Firmen eine sichere Grundlage für ihre
Arbeit haben.
- lassen Sie sich absehbare Mehrkosten unbedingt
vor der Ausführung schriftlich erläutern und bestätigen.
Achten Sie bei der Abrechnung auf ein korrektes Aufmaß der Leistungen
und eine übersichtliche und prüfbare Aufstellung der Rechnungspositionen
- Erteilen Sie Aufträge immer schriftlich.
Als Vertragsgrundlage sollte immer die Verdingungsordnung für Bauleistungen
(VOB) vereinbart werden. Damit werden eine Vielzahl von möglichen
Streitpunkten bezüglich Auftragsabwicklung, Abrechnunge und Anforderungen
an die Bauleistungen ausgeschlossen. Eine klare Festlegung der Rechte und
Pflichten beider Vertragspartner ist damit gewährleistet.
- bestehen Sie auf eine Abnahme der Leistungen
zusammen mit der Firma und halten Sie Mängel oder noch fehlende Leistungen
schriftlich fest
- nach Fertigstellung der Leistungen können
sie bei der Schlußabrechnung den vertraglich vereinbarten Sicherheitseinbehalt
geltend machen. Meist wird dieser Einbehalt von üblicherweise 5% der
Abrechnungssumme mit eine Gewährleistungsbürgschaft für
die Dauer der Gewährleistungsfrist (meist 2-5 Jahre) durch die Firma
abgelöst. Bei später auftretenden Mängeln kann dieser Betrag
zur Mängelbeseitigung verwendet werden, wenn die Firma berechtigte
Ansprüche ablehnt.
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| ...der
Baubeginn |
Vor
Baubeginn und während der Bauzeit müssen Sie viele Punkte beachten.
Nachfolgend eine Checkliste mit einer Auswahl der wichtigsten Maßnahmen
und Merkpunkten:
- die Finanzierung muß gesichert sein
- Klären Sie die Zugänglichkeit
des Grundstücks
- Informieren Sie rechtzeitig die betroffenen
Nachbarn
- Sorgen Sie unbedingt dafür, daß
die Baugenehmigung und alle notwendigen bautechnischen Nachweise wie die
statische Berechnung, die Nachweise zum Schall-, Wärme- und Brandschutz
erstellt wurden und ggf. auf der Baustelle vorliegen
- Klären Sie unbedingt den korrekten
Grenzverlauf des Grundstücks. Fehlen Grenzmarkierungen ist eine Grenzfeststellung
oder -wiederherstellung durch das zuständige Vermessungsamt oder einen
Vermessungsingenieur ratsam
- lassen Sie von der Baufirma ein Schnurgerüst
mit Festlegung der Höhenlage aufstellen und, falls gefordert von der
Genehmigungsbehörde abnehmen
- Senden Sie rechtzeitig vor Baubeginn die
Baubeginnsanzeige an die Genehmigungsbehörde (auch beim Freistellungsverfahren)
- Sorgen Sie für die notwendigen Anschlüsse
für Bauwasser und Baustrom oder beauftragen Sie die Baufirma damit
- Klären Sie den Verlauf von Leitungen
auf dem Grundstück (Gas, Wasser, Kanal, Elektro, Telefon), damit keine
Beschädigungen z.B. durch die Aushhubarbeiten entstehen können.
- Seit 1.7.1998 ist die Baustellenverordnung
in Kraft. Sie müssen unter Umständen einen Sicherheitskoordinator
benennen und den Baubeginn dem zuständigen Gewerbeaufsichtsamt
melden. Informieren Sie sich bitte hierzu unbedingt.
- Während der Bauzeit sind verschiedene
Abnahmen zu beantragen bzw Meldungen an die Genehmigungsbehörde zu
senden:
Der zuständige Bezirkskaminkehrer
muß sowohl den Rohbau als auch die Fertigstellung des Kamins und
der Feuerungsanlagen abnehmen und bestätigen -> rechtzeitig beantragen
Die Rohbaufertigstellungsanzeige ist
rechtzeitig an die Genehmigungsbehörde zu senden
Die Anschlußanträge für
Gas, Wasser, Kanal, Strom und Telefon sind rechtzeitig zu stellen und mit
den zuständigen Institutionen die Anschlußmöglichkeiten
und der zeitliche Ablauf des Anschlusses zu klären
Die Baufertigstellung ist der Genehmigungsbehörde
rechtzeitig anzuzeigen.
- Sorgen Sie dafür, daß ein Bauschild
mit den notwendigen Angaben an geeigneter Stelle aufgehängt wird
- Sorgen Sie dafür, daß die Sicherheit
auf der Baustelle sowohl für die Arbeiter als auch für Sie selbst
oder Außenstehende gewährleistet ist (Sicherung der Baugrube,
Abdecken von Schächten und Öffnungen, Verschließen der
Baustelle, Standsicherheit und Absturzsicherung von Gerüsten)
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Dienstag, 6. Juni 2006
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